Jeder Mensch kennt sie.
Den Kollegen, der ständig kritisiert. Den Kunden, der nie zufrieden ist. Den Nachbarn, der wegen jeder Kleinigkeit Streit sucht. Das Familienmitglied, das jedes Gespräch in ein Drama verwandelt. Oder die Führungskraft, die mit Druck, Kontrolle und ständiger Unzufriedenheit arbeitet.
Die meisten Menschen glauben, schwierige Menschen seien das eigentliche Problem.
Doch die Forschung zeigt etwas Überraschendes: Nicht schwierige Menschen bestimmen unsere Lebensqualität. Entscheidend ist vielmehr, wie wir auf sie reagieren.
Der amerikanische Psychologe Albert Ellis stellte bereits vor Jahrzehnten fest, dass nicht Ereignisse selbst unsere Gefühle erzeugen, sondern unsere Bewertung dieser Ereignisse.
Mit anderen Worten:
Zwei Menschen können derselben schwierigen Person begegnen. Der eine verliert die Nerven, schläft schlecht und trägt den Ärger tagelang mit sich herum. Der andere bleibt ruhig, setzt Grenzen und geht gelassen weiter.
Der Unterschied liegt nicht im Gegenüber.
Der Unterschied liegt im Umgang damit.
Das ist eine wichtige Erkenntnis. Denn schwierige Menschen werden niemals verschwinden.
Je vernetzter die Welt wird, desto häufiger treffen wir auf Menschen mit anderen Interessen, Werten, Erwartungen und Persönlichkeiten. Im Beruf arbeiten heute oft vier Generationen zusammen. In sozialen Medien treffen täglich Millionen unterschiedlicher Weltbilder aufeinander. Konflikte entstehen dadurch fast automatisch.
Wer lernt, mit schwierigen Menschen umzugehen, entwickelt deshalb eine der wertvollsten Fähigkeiten des modernen Lebens.
Nicht weil dadurch alle Konflikte verschwinden.
Sondern weil man aufhört, von ihnen beherrscht zu werden.
Die Grundlagen
Bevor wir über Strategien sprechen, müssen wir eine wichtige Frage klären:
Was macht einen Menschen eigentlich schwierig?
Interessanterweise existiert darauf keine objektive Antwort.
Menschen empfinden andere oft dann als schwierig, wenn deren Verhalten ihren Bedürfnissen im Weg steht.
Der direkte Chef empfindet den zögerlichen Mitarbeiter als schwierig.
Der Mitarbeiter empfindet den Chef als dominant.
Der Kunde hält den Verkäufer für aufdringlich.
Der Verkäufer hält den Kunden für anstrengend.
Häufig entsteht Schwierigkeit also nicht allein durch die Person, sondern durch die Beziehung zwischen zwei Menschen.
Dennoch gibt es Verhaltensweisen, die fast überall als belastend wahrgenommen werden:
- Ständige Kritik
- Manipulation
- Egoismus
- Aggressivität
- Besserwisserei
- Unzuverlässigkeit
- Opferhaltung
- Passiv-aggressives Verhalten
- Respektlosigkeit
- Chronischer Pessimismus
Ein großer Denkfehler besteht darin zu glauben, man müsse diese Menschen ändern.
Das funktioniert selten.
Der Versuch, andere Menschen zu verändern, gleicht dem Versuch, Wind mit den Händen festzuhalten.
Man investiert enorme Energie und erreicht wenig.
Die erfolgreichsten Menschen verfolgen deshalb eine andere Strategie:
Sie konzentrieren sich auf das Einzige, das sie kontrollieren können.
Sich selbst.
Diese Perspektive bildet die Grundlage für alle folgenden Learnings.
Die 5 wichtigsten Learnings
Learning 1: Höre auf, jeden Konflikt persönlich zu nehmen
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie lautet:
Das Verhalten anderer Menschen sagt oft mehr über sie aus als über dich.
Viele Menschen tragen innere Konflikte mit sich herum.
Stress.
Ängste.
Enttäuschungen.
Minderwertigkeitsgefühle.
Unerfüllte Erwartungen.